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Syrienkritischer Hariri-Vertrauter wird neuer Ministerpräsident des Libanon

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Syrienkritischer Hariri-Vertrauter wird neuer Ministerpräsident des Libanon

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Der frühere Finanzminister Fouad Siniora soll neuer Ministerpräsident des Libanon werden. Staatspräsident Emile Lahoud beauftragte Siniora mit der Bildung eines neuen Kabinetts. Siniora war einer der engsten Mitarbeiter des ermordeten Ministerpräsidenten Rafik Hariri.

In fünf von Hariri geleiteten Regierungen war er Finanzminister. Derzeit ist er Generaldirektor der Groupe Méditerranée. Zu dem Konzern gehören vier Bankhäuser, deren Mehrheitsanteile sich im Besitz der Familie Hariri befinden. Der von Hariris Sohn Saad geführte antisyrische “Block der Zukunft” und die Gruppierung von Ex-General Aoun hatten den 62-jährigen vorgeschlagen. Nach seinem Treffen mit Präsident Lahoud sagte Siniora, dies sei nicht die Zeit für politische Differenzen. Zusammen mit Saad Hariri wolle er seine Hand allen politischen Gruppierungen des Libanon reichen und ein umfangreiches Reformprogramm verwirklichen. Als wahrscheinlich gilt, daß Siniora zahlreiche anti-syrische und wenige mit Staatspräsident Lahoud verbündete Politiker in sein Kabinett berufen wird. An der libanesisch-israelischen Grenze erschossen israelische Soldaten einen Hizbollah-Kämpfer. Nach Armeeangaben eröffneten die Soldaten das Feuer auf einen Hizbollah-Trupp, der auf israelisches Gebiet eingedrungen war. Am Mittwoch hatten israelische Soldaten mutmaßliche Hizbollah-Stellungen am Rand eines libanesischen Dorfes beschossen, nachdem Kämpfer der Hizbollah drei israelische Stellungen bei den umstrittenen Scheba-Farmen angegriffen hatten. Dabei waren ein israelischer Soldat getötet und vier andere verletzt worden.