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Berlusconi trifft US-Botschafter wegen Verschleppungs-Vorfall

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Berlusconi trifft US-Botschafter wegen Verschleppungs-Vorfall

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Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die US-Regierung aufgefordert, die Souveränität seines Landes zu respektieren. Wegen der Verschleppung eines islamischen Geistlichen aus Mailand durch CIA-Agenten war es zu einer diplomatischen Verstimmung zwischen Rom und Washington gekommen. Berlusconi kam am Regierungssitz mit dem US-Botschafter zusammen, um sich über den Vorfall informieren zu lassen. Die italienischen Medien stellten erneut die Frage, ob die Regierung in Rom darüber tatsächlich nicht informiert war. Berlusconi ist ein enger Vertrauter George W. Bushs.

Gleichzeitig nahmen die Behörden in Genua Ermittlungen gegen Angehörige einer Sondereinheit der Polizei auf. Zwei Beamte wurden festgenommen. Der Gruppe wird vorgeworfen, unter dem Deckmantel des Antiterrorkampfes parallele Strukturen innerhalb der Polizei geschaffen zu haben. Die Gruppe sei gut organisiert gewesen, habe über eine Hierarchie und eine gute Logistik verfügt, so die Ermittler. Auch hätte sie ihre Dienste den USA, Israel und der NATO angeboten. Es habe Verbindungen zu einer rechtsradikalen Organisation gegeben. Die Gruppe war kurz nach den Terroranschlägen in Madrid im März vergangenen Jahres gebildet worden. Dabei waren 191 Menschen getötet worden.