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Schröder, Chirac und Putin sprechen in Kaliningrad über G-8 und EU

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Schröder, Chirac und Putin sprechen in Kaliningrad über G-8 und EU

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Am Rand der 750-Jahr-Feier von Kaliningrad sind der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und die Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin und Jacques Chirac, am Sonntag in der russischen Ostsee-Exklave zusammengekommen. Hauptthema der Gespräche war der bevorstehende G-8-Gipfel in Schottland; daneben ging es auch um die Frage der EU-Erweiterung. Chirac und Schröder vertraten den Standpunkt, die Erweiterungsfrage sowie die damit zusammenhängenden Probleme seien von den Mitgliedstaaten zu lösen und stünden in keinem Zusammenhang mit der Partnerschaft mit Russland. Putin hingegen zeigte sich besorgt über die Ausdehnung der Union.

Unterstützung fand Schröder bei Chirac und Putin hinsichtlich der deutschen Bewerbung für einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Russland werde Deutschland diesbezüglich den Rücken stärken, sagte der russische Präsident. Gleichzeitig rief er die Mitgliedstaaten zu einer einhelligen Entscheidung auf, damit es nicht zu einer Spaltung der Vereinten Nationen komme. Überschattet wurde das Treffen von scharfer Kritik aus Polen und Litauen: Kaliningrad, das ehemalige Königsberg, ist seit dem Zerfall der Sowjetunion auf dem Landweg nur über die beiden Staaten zu erreichen. Dennoch hatte Putin die Präsidenten nicht zur 750-Jahr-Feier Kaliningrads eingeladen. Seine Begründung: Die Feier sei eine rein innerrussische Angelegenheit.