Eilmeldung

Eilmeldung

Vor dem G8-Gipfel: Eine Region im Ausnahmezustand

Sie lesen gerade:

Vor dem G8-Gipfel: Eine Region im Ausnahmezustand

Schriftgrösse Aa Aa

Hubschrauber, Straßensperren und Fahrzeugkontrollen: Sicherheitskräfte haben den Tagungsort im schottischen Gleneagles weiträumig abgeriegelt.

Die tausenden Demonstranten, die vor den Toren bereits ihre Zelte aufgestellt haben, lassen sich davon jedoch nicht entmutigen. Ihr Ziel: “Wir wollen den Gipfel so weit es geht stören, denn es kann nicht angehen, dass acht Männer über das Schicksal von sechs Milliarden Menschen entscheiden”, sagt einer der Gipfelgegner. Der Schuldenerlass für die ärmsten Länder ist das zentrale Thema auf dem dreitätigen Gipfel – und vielleicht das einzige mit positivem Ergebnis. Dem Klimaschutz, zweiter Tagesordnungspunkt, erteilte US-Präsident George W. Bush bereits im Vorfeld eine Absage. Zum Anstieg eines weltweiten Wirtschaftswachstums äußerten sich alle acht Staats- und Regierungschefs skeptisch. Weitere Themen: der hohe Ölpreis und die Atomprogramme Irans und Nordkoreas. Der kleine Ort Auchterarder, in unmittelbarer Nähe von Gleneagels gelegen, ist bereits seit Tagen im Gipfelfieber. Ein findiger Bäcker kreierte sogar extra ein G8-Törtchen. In den Schaufenstern hängt überall der Slogan “Make Poverty History”, “Lasst Armut der Vergangenheit angehören”. Die Anhänger dieser Bewegung fordern einen sofortigen 100%tigen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt. Unterstützt werden die zahlreichen Demonstranten von Bob Geldof, der durch seine Live 8 Konzerte am Wochenende versucht hatte, den Druck auf die Politiker zu erhöhen, die Armut stärker zu bekämpfen.