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Israel: Gazastreifen vor Abzug gesperrt

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Israel: Gazastreifen vor Abzug gesperrt

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Israel hat den Gazastreifen und das nördliche Westjordanland bis auf weiteres für nicht ansässige israelische Zivilisten gesperrt. Ministerpräsident Ariel Scharon unterzeichnete Medienberichten zufolge fünf Wochen vor dem geplanten Beginn der Räumung von 25 Siedlungen eine entsprechende Verfügung.

Mit der Maßnahme soll die massenhafte Einreise israelischer Abzugsgegner in die für die Räumung vorgesehenen Gebiete verhindert werden. Der israelische Siedlerrat verurteilte die Entscheidung scharf. Es sei das erste Mal in der Geschichte, dass eine jüdische Regierung eine Blockade über jüdische Ortschaften verhängt, hieß es in einer Mitteilung der Organisation. Die israelische Friedensbewegung Schalom Achschaw begrüßte die Abriegelung. Dies sei “ein richtiger Schritt, der mit 38 Jahren Verspätung” unternommen werde. Der Gazastreifen und das Westjordanland gehören zu den Gebieten, die Israel 1967 im Sechstagekrieg erobert hatte. EU-Chefdiplomat Javier Solana rief unterdessen die Palästinenserführung zur Festnahme der Hintermänner des Selbstmordanschlages in der israelischen Stadt Netanja auf. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah begrüßte er, dass die palästinensische Seite diesen Akt des Terrorismus verurteilt habe. Nun müsseden Worten auch Taten folgen. Bei dem ersten Selbstmordanschlag in Israel seit mehr als vier Monaten waren vier israelische Frauen getötet worden.