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Nahost: Neue Anschlagserie palästinensischer Terrorgruppen

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Nahost: Neue Anschlagserie palästinensischer Terrorgruppen

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Nach dem gestrigen Selbstmordanschlag in Israel hat die israelische Armee die Grenzen zu den Palästinensergebieten abgeriegelt und bei Kontrollen im Westjordanland einen palästinensischen Polizisten getötet. Nach israelischen Angaben erwiderten die Soldaten das Feuer, als sie von Palästinensern beschossen wurden. Palästinensische Quellen warfen den israelischen Soldaten vor, das Feuer unprovoziert eröffnet zu haben.

Gestern waren beim ersten Selbstmordanschlag seit mehr als vier Monaten drei israelische Frauen und der 18jährige palästinensische Attentäter in der Stadt Netanja getötet worden. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt, als er sich vor einem Einkaufszentrum in die Luft sprengte. Für die Tat übernahm die militante Palästinensergruppe Islamischer Dschihad die Verantwortung. Die israelische Regierung warf inzwischen der palästinensischen Autonomiebehörde Untätigkeit gegenüber den Terrorgruppen vor. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Tat. Fast zeitgleich mit dem Anschlag in Netanja sprengte sich aber ein Palästinenser am Eingang einer jüdischen Siedlung mit seinem Auto in die Luft und wurde dabei schwer verletzt. Der Angreifer war an den Wagen gekettet und offenbar zu dem Anschlag gezwungen worden. Palästinensischen Angaben zufolge galt er als Spitzel für Israel. Die USA haben die israelische Regierung aufgefordert, trotz des jüngsten Selbstmordanschlages den Abzug aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland fortzusetzen. Heute ist der deutsche Bundesaußenminister Joschka Fischer zu zweitägigen Gesprächen nach Israel und in die Autonomiegebiete aufgebrochen.