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Bauernaufstand in Brüssel: Ärger über geplante Senkung der Zuckerpreise

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Bauernaufstand in Brüssel: Ärger über geplante Senkung der Zuckerpreise

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Gut 6.000 Zuckerrübenbauern haben gegen die geplante Zuckermarktreform der EU protestiert. Derweil berieten die EU-Landwirtschaftsminister über das Vorhaben der Kommission, die garantierten Preise für Zucker und Zuckerrüben um rund 40 Prozent zu senken. Für die Bauern nicht hinnehmbar, meint einer der Demonstranten: Wenn die Vorschläge so umgesetzt würden, wäre dies das Ende für ihn und die übrigen 3.700 Zuckerrübenbauern in Irland. Die Branche fürchtet, dass mit der Senkung der künstlich hoch gehaltenen Preise und der geplanten Einschränkung der Produktion gut 120.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen – und weitere 150.000 in angeschlossenen Industrien.

Für Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel führt jedoch kein Weg an der Reform des seit vier Jahrzehnten abgeschotteten Zuckermarktes vorbei, nachdem die Welthandelsorganisation die EU wegen unfairer Handelspraktiken massiv unter Druck gesetzt hatte. Brasilien, Thailand und Australien hatten vor der WTO erfolgreich gegen die Subventionierung des europäischen Exportzuckers geklagt. Mit von der Produktion entkoppelten Prämien will die EU-Kommission die Zuckerrübenbauern entschädigen und unrentablen Produzenten den Ausstieg schmackhaft machen.