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Experten warnen: Irak-Engagement Großbritanniens erhöhe Terrorgefahr

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Experten warnen: Irak-Engagement Großbritanniens erhöhe Terrorgefahr

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Die Terroranschläge von London sollen in direktem Zusammenhang mit der Beteiligung Großbritanniens am Irak-Krieg stehen – das jedenfalls meinen Experten des Londoner Chatham House, eines renommierten politischen Forschungszentrums. In dem Bericht heißt es, die Kriegsbeteiligung Großbritanniens im Irak und in Afghanistan habe die Terrorgefahr im Land erhöht; Großbritannien gelte als Sozius neben den USA im Krieg gegen den Terror. “Die Invasion und Besetzung des Irak ist ein Werkzeug für Al-Kaida geworden”, sagte Chatham-House-Expertin Rime Allaf. “Sie benutzen Bilder und Fakten aus dem Irak für Propagandazwecke, um junge Leute auszubilden und zu indoktrinieren.”

Empörter Protest kam aus der britischen Regierung. Verteidigungsminister John Reid sagte, man werde sich nicht dafür entschuldigen, an Operationen teilzunehmen, die im besten Interesse Großbritanniens und der Welt seien. Auch der britische Außenminister Jack Straw widersprach der Darstellung der Experten. Er sei über die Aussage überrascht, sagte Straw am Rande eines Ministertreffens in Brüssel: “Es gibt keine Entschuldigungen mehr für Terrorismus. Die Terroristen haben überall in der Welt zugeschlagen, in Ländern, die mit den USA verbündet sind und in anderen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben.” Aus der pakistanischen Einwanderungsbehörde hieß es unterdessen, dass drei der vier mutmaßlichen Attentäter von London im Vorjahr in Pakistan gewesen seien; mindestens einer habe in Lahore eine Koranschule besucht. Noch in der Vorwoche hatten die pakistanischen Behörden erklärt, es gebe keine Beweise für einen Besuch der drei Männer. In London wurden vor dem Parlamentsgebäude neue Sicherheitsbarrieren errichtet. Der britische Innenminister Charles Clarke und Vertreter der Opposition diskutierten am Montag die geplanten Gesetze gegen den Terror. Künftig soll etwa schon das Lesen einer Webseite, auf der Anleitungen zum Bombenbau gegeben werden, strafbar sein.