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Großbritannien will neue Anti-Terrorgesetze, Geheimdienst in der Kritik

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Großbritannien will neue Anti-Terrorgesetze, Geheimdienst in der Kritik

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Anderthalb Wochen nach den Terroranschlägen in London haben sich Regierung und Opposition in Großbritannien auf schärfere Anti-Terror-Gesetze geeinigt. Demnach soll künftig zum Beispiel schon das Lesen einer Internetseite, auf der Anleitungen zum Bombenbau gegeben werden, strafbar sein. Charles Clarke, der Innenminister Großbritanniens, kündigte an, dass das Gesetz bereits Ende Dezember in Kraft treten könnte. Details würden im September besprochen, aber im Großen und Ganzen seien sich alle politischen Parteien einig.

Offizielle Seiten in Pakistan bestätigten inzwischen, dass sich drei der ingesamt vier Attentäter von London im vergangenen Jahr in Pakistan waren. Einer von ihnen besuchte dort fünf Tage lang eine der umstrittenen Koranschulen. Der unter Terrorismusverdacht in Kairo festgenommene Biochemiker räumte inzwischen ein, einem der Attentäter eine Wohnung in Leeds vermittelt zu haben. Mit den Anschlägen habe er aber nichts zu tun gehabt. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 56 angestiegen. Im Zuge der Ermittlungen gerät der britische Inlandsgeheimdienst MI 5 unter Druck. Denn einer der mutmaßlichen Selbstmord-Attentäter, Mohammed Sidique Khan, war dem Geheimdienst bereits bekannt. Er soll an der Vorbereitung von Anschlägen in London und Tel Aviv beteiligt gewesen sein. Der MI 5 observierte Khan, stufte ihn aber als ungefährlich ein. Khan arbeitete als Assistenzlehrer. Auf einem nun veröffentlichen Video übt er mit Jugendlichen in einem Rollenspiel, wie man sich zur Wehr setzt.