Eilmeldung

Eilmeldung

Studie: Tausende irakische Zivilisten seit Kriegsbeginn getötet

Sie lesen gerade:

Studie: Tausende irakische Zivilisten seit Kriegsbeginn getötet

Schriftgrösse Aa Aa

Die Gewalt im Irak setzt sich fort: Drei sunnitische Mitglieder eines parlamentarischen Komitees, das die neue irakische Verfassung bearbeitet, sind am Dienstag bei einem Attentat in Bagdad getötet worden. Nach Angaben des irakischen Innenministeriums wurde das Auto der drei Männer von Unbekannten beschossen. Kurz zuvor hatte der irakische Präsident Dschalal Talabani angekündigt, dass die Verfassung bis Ende des Monats vollendet sein könnte.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine Untersuchung der “Iraq-Body-Count-Group”, einer britisch-amerikanischen Nicht-Regierungsorganisation, umso erschreckender. Demnach sind im Irak seit Beginn des Krieges im Mai 2003 bei Armee-Einsätzen und Anschlägen rund 25.000 irakische Zivilisten, Polizisten und Rekruten ums Leben gekommen, fast die Hälfte davon in Bagdad. Rund 37 Prozent der Opfer wurden bei militärischen Aktionen der USA getötet. Nicht enthalten sind in der Studie gefallene irakische Soldaten. Allerdings beleuchtet die Untersuchung nur den Zeitraum bis Ende April – seit damals sind rund 1.500 weitere Zivilisten im Irak gestorben. Erst am Wochenende kamen südlich von Bagdad bei einem der blutigsten Anschläge fast 100 Menschen ums Leben. Ein Extremist sprengte sich neben einem Tanklaster in die Luft. Durch die Explosion wurde auch eine Moschee zum Teil zerstört. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die Terrorgruppe um Abu Mussab al-Sarkawi – in einer Internet-Botschaft hieß es, dies sei bloß der Auftakt zu einer Großoffensive.