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Terror in Tschetschenien: Mehr als ein Dutzend Menschen sterben bei Explosion

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Terror in Tschetschenien: Mehr als ein Dutzend Menschen sterben bei Explosion

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Bei einem Bombenanschlag in der russischen Teilrepublik Tschetschenien sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 30 weitere wurden verletzt. Nach offiziellen Angaben wurde zunächst ein Polizeifahrzeug aus dem Hinterhalt beschossen. Als weitere Polizisten und Anwohner zum Tatort eilten, zündeten unbekannte Täter eine Bombe. Unter den Opfern befinden sich hauptsächlich Polizisten, allerdings kam auch ein Junge auf einem Fahrrad ums Leben. Unklar ist, ob die Zahl der Toten weiter ansteigt – laut Agenturberichten konnten noch nicht alle Leichenteile identifiziert werden.

Die Bombe explodierte in der Ortschaft Snamenskoje nordwestlich der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. Der russische Präsident Wladimir Putin forderte bei einer Kabinettsitzung die Sicherheitsorgane auf, die Grenzen im Nordkaukasus besser zu sichern. Diese Pläne müssten so schnell wie möglich ausgeführt werden, sagte Putin in Moskau. Der Moskau-treue Präsident der russischen Teilrepublik, Alu Alchanow, vermutet hinter dem Attentat Gefolgsleute des tschetschenischen Topterroristen Schamil Bassajew. Dieser gilt als Drahtzieher der schlimmsten Terrorakte in Russland. So soll er unter anderem für die Geiselnahme in Beslan verantwortlich sein. Die russischen Behörden haben auf ihn ein Kopfgeld in Höhe von umgerechnet 8,3 Millionen Euro ausgesetzt. Nach offizieller Darstellung des Kreml hat der Terror im Nordkaukasus die gleichen Wurzeln wie die Anschläge des 11. September. Kreml-Kritiker meinen hingegen, die Attentate seien die Reaktion der Rebellen auf die russische Kaukasuspolitik. Erst im Juni kritisierte der Europarat, dass in Tschetschenien Menschenrechtsverletzungen weitgehend ungestraft blieben.