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Zur Rolle der pakistanischen Koranschulen

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Zur Rolle der pakistanischen Koranschulen

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Der pakistanische Präsident General Perez Musharraf gerät durch die Anschläge von London wieder ins Scheinwerferlicht westlichen Medieninteresses. Als Putschist hatte er seine politische Karierre begonnen – als Staatschef ist er zum unverzichtbaren Verbündeten westlicher Regierungen bei deren Kampf gegen den Terrorismus geworden. In sein Pakistan führen nun die Spuren der Attentäter von London. Drei von ihnen – das berichten auch alle pakistanischen Zeitungen – haben hier religiöse Schulen besucht. Danach kamen die daheim in der britischen Gesellschaft ganz normal westlich geprägten jungen Burschen völlig verändert zurück, wie ihre Familien berichten. Aus aufmüpfigen Teenagern waren gläubige Moslems geworden – mehr noch: Kämpfer im islamischen heiligen Krieg, dem “Dschihad”. Religionsschulen wie diese hatten den Wandel bewirkt. Gefördert worden waren diese vielen islamischen Einrichtungen, als in den 80er Jahren die USA mit Hilfe des Islam aus dem benachbarten Afghanistan die Kommunisten vertreiben wollten. Die CIA tat das ihre, half bei militärischer Ausbildung, förderte die Taliban – zu deutsch: Schüler. Mehr als anderthalb Jahrzehnte später lernen immer neue Generationen von Schülern im alten fanatischen Geist. Und den Fanatikern ist Pakistans Präsident Musharraf viel zu eng mit westlichen Mächten liiert. Nur knapp entkam er vor einem Jahr einem Anschlag. Vor allem in den kaum zu kontrollierenden Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan haben die “heiligen Krieger” ihre sicheren Rückzugsgebiete. Hier werden auch Ausbildungslager von Al Kaida vermutet. Die Geschichte erinnert sehr an Goethes “Zauberlehrling”. Die sie riefen, die Geister, die werden sie nun nicht mehr los.Schlimmer noch: Die wenden sich jetzt, da der ursprüngliche kommunistische Feind vertrieben ist, gegen ihre einstigen Förderer im Westen.