Eilmeldung

Eilmeldung

Irak: Ausstellung im Internet soll Kulturerbe wieder zugänglich machen

Sie lesen gerade:

Irak: Ausstellung im Internet soll Kulturerbe wieder zugänglich machen

Schriftgrösse Aa Aa

Das Nationalmuseum Bagdad hat beschlossen, seine Exponate wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen – allerdings nur virtuell im Internet. Bis 2006 sollen wichtige Teile des irakischen Kulturerbes im World Wide Web gezeigt werden.

Das Museum war im ersten Golfkrieg 1991 erheblich zerstört worden. Zahlreiche Exponate wurden beschädigt oder gingen bei Plünderungen verloren. Giovanni Curatola, Archäologieprofessor an der Universität Udine, sieht nun Handlungsbedarf: “Die Aufgabe ist es, weitere Plünderungen zu stoppen und zu verhindern, daß all diese Dinge ins westliche Ausland verfrachtet werden.” Das nunmehrige Internet-Projekt geht auf eine Initiative des italienischen Kulturministeriums zurück. Man werde gemeinsam mit den Irakern entscheiden, welche Objekte gezeigt werden sollten, sagte Altertumsforscherin Silvia Chiodi vom Iscima-Institut: “Dabei sind mehrere Fragen zu klären: Was sind die wichtigsten Stücke, wie sollen die Räume gestaltet werden und in welchen Sprachen stehen die Erläuterungen zur Verfügung?” Erst vor kurzem hatte die UNESCO zu einer Mobilmachung gegen den Diebstahl von Kulturgut im Irak aufgerufen. Das Generaldirektorium für Kunst- und Kultur stufte die Plünderungen als “einen unschätzbaren Verlust für den Irak und die ganze Menschheit” ein.