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Anschläge in Ägypten: Polizei fahndet nach verdächtigen Pakistanern

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Anschläge in Ägypten: Polizei fahndet nach verdächtigen Pakistanern

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Nach den Terroranschlägen im ägyptischen Touristenort Sharm el Sheik fahndet die Polizei nach mehreren Pakistanern. Mindestens fünf werden verdächtigt, in die Anschläge verwickelt zu sein, ein sechster soll als Selbstmordattentäter die Autobombe gezündet haben. Die Gesuchten hätten sich als Gäste in Hotels in Sharm-el-Sheik aufgehalten, hieß es aus Polizeikreisen. Nach den Anschlägen seien sie verschwunden, hätten jedoch ihre Pässe zurückgelassen. Die Fahndung konzentriert sich auf zwei Ortschaften nahe Sharm-el-Sheik, el-Ruweisat und Khurum. Dort sollen sich die Verdächtigen verstecken.

Bei der Explosion der drei Sprengsätze kamen nach bisherigen Erkenntnissen bis zu 88 Menschen ums Leben. 46 Opfer konnten inzwischen identifiziert werden – darunter ein Amerikaner, ein Brite, ein Italiener, ein Tscheche und zwei Türken. Mehrere Menschen werden nach wie vor vermisst. Unterdessen laufen in Sharm-el-Sheik die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Auch politisch haben die Attentate Konsequenzen: Der Chef der Sicherheitsbehörden der Provinz Süd-Sinai gab seinen Rücktritt bekannt. Westliche Kommentatoren bringen die Anschläge mit dem autokratischen Führungsstil und der pro-amerikanischen Haltung des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Zusammenhang. Hunderte Hotelangestellte und Touristen gingen am Sonntag abend auf die Straße, um gegen den Terror zu protestieren, der der Region wirtschaftlich schweren Schaden zufügt. Zahlreiche Ausländer haben Sharm-el-Sheik aus Angst vor weiteren Anschlägen bereits verlassen, viele andere Urlauber stornierten ihre Ägypten-Reise. Die Anschläge waren die schlimmsten Attentate in Ägypten seit dem Jahr 1981.