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Zehn Jahre ist es her, auf den Tag genau.

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Zehn Jahre ist es her, auf den Tag genau.

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Da explodierte in Paris im Nahverkehrszug RER eine Bombe.Die Täter hatten sich einen belebten Umsteigebahnhof ausgesucht.Saint Michel, da wechseln die Pendler von Metro auf RER,da steigen die Touristen aus, die Notre Dame besuchen wollen…Es war das erste in einer Reihe von 5 Attentaten in Frankreich.

Martine Boutros-Hescoat gehörte zu den ersten, die den Verletzten Hilfe leisteten. Acht Menschen starben. Das Trauma hat sie auch zehn Jahre danach nicht überwunden.Nach dem dritten Anschlag waren die französischen Ermittler auf der Spur einer radikalen algerischen Gruppe, die Frankreich für seine Zusammenarbeit mit dem Militärregime bestrafen wollte. Für diesen ehemaligen französischen Geheimdienstmann waren die Mörder der algerischen GIA damals womöglich nur der Anfang jener Entwicklung, die wir jetzt erleben, mit Al Kaida-Leuten, die mangels fester Strukturen so schwer zu fassen sind. Drei Männer wurden schließlich gefasst und verurteilt. Waren sie nur kleine Handlanger? Die Frage kann bis heute nicht klar beantwortet werden,weil der vierte Mann fehlt. Rachid Ramda alias Abu Fares, im November ’95 in London gefasst. Er wird verdächtigt, die Anschläge in Frankreich finanziert zu haben.Er vertrat in London die Zeitung “Al Ansar”, in der sich die GIA zu den Anschlägen bekannte. Seit zehn Jahren läuft sein Auslieferungsverfahren. Die Sprecherin der Opferorganisation “SOS Attentat” rechnet damit, dass man nach den Anschlägen von London dort erkannt hat, wie wichtig diese Ermittlungen sind. In London ist eben der Einspruch von Ramda gegen seine Auslieferung nach Frankreich in letzter Instanz abgelehnt worden.