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Anschläge von London: Britische Polizei stellt Sprengstoff sicher

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Anschläge von London: Britische Polizei stellt Sprengstoff sicher

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Die Londoner Polizei hat in der Wohnung eines mutmaßlichen Attentäters in eine Hochhaus im Norden der Stadt eine größere Menge Sprengstoff gefunden. Yasin Hassan Omar soll einer jener Männer sein, die versucht hatten, Bomben in drei Londoner U-Bahnen und einem Bus zu zünden – er und seine Komplizen sind untergetaucht. Außerdem beschlagnahmte die Polizei ein verdächtiges Auto, in dem allerdings kein Sprengstoff gefunden wurde.

Der britische Premierminister Tony Blair hat unterdessen erneut jeglichen Zusammenhang zwischen dem Irakkrieg und den Terroranschlägen verneint – obwohl ihm ein Journalist vorwarf, damit die Intelligenz des britischen Volkes zu beleidigen. Für Terror gebe es keine Entschuldigung, sagte Blair: “Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Es gibt auch keine Rechtfertigung für den Mord an Israelis. Es gibt keine Entschuldigung für Selbstmordattentate, ob in den Palästinensergebieten, im Irak, in London, Ägypten, in der Türkei, in den USA oder wo auch immer.” Mit den Oppositionschefs, Michael Howard und Charles Kennedy, besprach Blair die geplante Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze. Der Chef der Liberaldemokraten Kennedy meinte danach, grundlegende bürgerliche Freiheitsrechte dürften nicht geopfert werden. Michael Howard, Chef der Konservativen, hat vor allem Bedenken gegen die Forderung der Polizei, Verdächtige künftig ohne Anklage drei Monate lang festhalten zu dürfen. Die britische Bevölkerung steht größtenteils hinter ihrem Premierminister. Laut einer Umfrage der “Times” ist Tona Blairs Ansehen seit den Anschlägen gestiegen – und das obwohl zwei von drei Briten glauben, dass der Irak-Krieg das Terror-Risiko für Großbritannien erhöht hat.