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Urteile im französischen Kinderschänderprozeß

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Urteile im französischen Kinderschänderprozeß

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In größten Kinderschänderprozess der französischen Justizgeschichte hat das Schwurgericht von Angers die Urteile gesprochen. 28 Jahre Haft plus 18 Jahre Sicherheitsverwahrung für einer der Haupttäter.18 Jahre Gefängnis für seinen am Kindesmissbrauch beteiligten Sohn.

Die Frau, die ihre Tochter vergewaltigt und an Komplizen “vermietet” hatte, soll für 16 Jahre ins Gefängnis. Dieser Prozeß hat die französische Gesellschaft aufgeschreckt. Über Monate hinweg – mindestens von Januar ’99 bis Februar 2002 -mussten die Kinder leiden.65 Angeklagte – darunter 26 Frauen (!) – haben sich an 45 Kindern vergangenen. Vom Säugling bis zum 12jährigen. Es war ein langer und komplizierter Prozess, in dem reichlich Versäumnisse von Behörden ans Licht kamen. Alle Angeklagten stammen aus zerrütteten Verhältnissen, lebten im gleichen sozialen Problemviertel der westfranzösischen Stadt von Sozialhilfe. 21 der 23 betroffenen Familien wurden von Sozialarbeitern betreut. Anwälte der Kinder fragten daher nach der Mitverantwortung der Sozialbehörden. Einige Angeklagte waren selber als Kinder missbraucht worden. Eltern und Großeltern haben sich am Missbrauch beteiligt oder die Kinder gegen Entgelt Pädophilien überlassen. Darunter waren einschlägig Vorbestrafte. Und kein Jugendamt will irgend etwas bemerkt haben! Ein Behördenvertreter versucht das mit der damaligen Gesetzeslage zu erklären. Es gab noch kein nationales Register, durch das Behörden auf vorbestrafte Kinderschänder hätten aufgemerksam gemacht werden können. Gerichtspsychiater begutachteten “seelisch zerstörte “ Opfer. Kinder, die trotz Behandlung weiter unter Angstzuständen und unter einem perversen Verhältnis zum eigenen Körper leiden. Die 65 Angeklagten haben im Prozess kaum Reue gezeigt. Ihre Verteidiger sprachen von “sozialer Not und Gruppendruck” in einem von Alkohol und schwach entwickelter Intelligenz geprägten Millieu.