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Urteile im Prozess um Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel

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Urteile im Prozess um Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel

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Mehr als sechs Jahre nach der Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel hat ein Gericht im französischen Bonneville am Mittwoch die Urteile gesprochen. Die Anklage gegen die Tunnelbetreiber und mehrere andere Personen lautete auf fahrlässige Tötung.

Der Sicherheitschef der französischen Betreibergesellschaft, Gerard Roncoli, muss nun für sechs Monate ins Gefängnis. Die Richter verurteilten ihn zu insgesamt 30 Monaten Haft, davon 24 auf Bewährung. Auch dem Bürgermeister von Chamnoix, Michel Charlet, gab das Gericht eine Mitverantwortung – er erhielt sechs Monate Haft auf Bewährung. Der Präsident der Tunnelbetreibergesellschaft, Remy Chardon, wurde zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Gilbert Degrave, der Fahrer des Lkw, der in Brand geraten war, erhielt vier Monate auf Bewährung. Degraves Fahrzeug war am 24. März 1999 im Tunnel in Brand geraten – der Fahrer hatte sich zu Fuß aus dem Tunnel retten können. Insgesamt kamen bei dem Unglück 39 Menschen ums Leben. Im Anschluss wurden vor allem schwere Mängel bei den Sicherheitssystemen kritisiert. Die Sanierungsarbeiten am Tunnel dauerten drei Jahre und kosteten rund 350 Millionen Euro. Unter anderem verfügt der Montblanc-Tunnel nun über moderne Überwachungs- und Entlüftungsanlagen.