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IRA-Gewaltverzicht bringt Protestanten unter Zugzwang

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IRA-Gewaltverzicht bringt Protestanten unter Zugzwang

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Die britische Regierung hat auf die Erklärung der IRA zum Gewaltverzicht mit dem umgehenden Abbau von Militärposten in Nordirland reagiert. An der südlichen Grenze der von London aus kontrollierten Provinz Ulster begann die britische Armee damit, mehrere Posten, Wachtürme und Beobachtungsstationen zu demontieren. Sinn Fein-Chef Gerry Adams, der den politischen Flügel der Untergrundbewegung IRA anführt, begrüßte die Maßnahmen des britischen Militärs. Er rief die protestantische Gegenseite, die Democratic Ulster Party um Ian Paisley, zu Gesprächen auf: “Ich verstehe, dass dies der DUP-Führung Schwierigkeiten bereitet. Ob sie pragmatisch einen Weg in die Zukunft absteckt, ob sich Ian Paisley dieser Herausforderung stellt, weiß ich nicht. Ich hoffe es aber.” Hoffnung und Skepsis halten sich nach dem überraschenden Durchbruch die Waage, den schon frühere Absprachen wurden von Hardlinern auf beiden Seiten torpediert. Zurzeit wird Nordirland von London aus regiert. Für eine Rückkehr zur Selbstverwaltung müsste sich Paisley bereit erklären, zusammen mit Sinn Fein eine Regionalregierung zu bilden. Die unionistischen Protestantenparteienwollen aber, dass Nordirland ein Teil Großbritanniens bleibt. Sinn Fein und die IRA kämpfen dagegen für die Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland. Eine Regionalregierung wird von Sinn Fein als Vorstufe zu einem vereinigten Irland betrachtet.