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Nordirland: IRA will Waffen endgültig abgeben

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Nordirland: IRA will Waffen endgültig abgeben

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Hoffnung auf Frieden nach Jahrzehnten der bewaffneten Auseinandersetzung oder nur eine neue Finte im Nordirlandkonflikt? Diese Frage stellen sich viele wie hier in Belfast. Gestern erklärte die nordirische Terrororganisation IRA ihren bewaffneten Kampf gegen Großbritannien nach 40 Jahren offiziell für beendet. “Alle IRA-Einheiten sind angewiesen worden, ihre Waffen niederzulegen”, teilte gestern die Irisch-Republikanische Armee in Belfast mit. Bis Ende September will die IRA ihre Waffenarsenale zerstören und sich fortan mit friedlichen Mitteln für die Belange der nordirischen Katholiken einsetzen. Eine Versöhnungskommission soll die Auseinandersetzungen der vergangenen vier Jahrzehnte aufarbeiten. Internationale Beobachter sollen den Waffenstillstand und die Entwaffnung der IRA überwachen. Als Leiter einer solchen Einheit ist der pensionierte kanadische General John de Chastelain im Gespräch.

London kündigte bereits an, die Zahl der britischen Truppen in Nordirland zu senken. Als Zeichen des guten Willens ist mit dem Abbau von Wachtürmen britischer Truppen wie hier nahe Armagh bereits begonnen worden. Anders als von den pro-britischen Protestanten gefordert, will sich die IRA jedoch nicht auflösen. Für Zündstoff sorgt weiterhin die Tatsache, dass sich die IRA mit kriminellen Aktivitäten wie Schutzgelderpressung bis hin zum Bankraub finanziert und als fraglich gilt, ob sich alle IRA-Aktivisten nun in die Zivilgesellschaft integrieren lassen.