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Spanien: IRA-Gewaltverzicht wegweisend für ETA?

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Spanien: IRA-Gewaltverzicht wegweisend für ETA?

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Im spanischen Parlament hat das angekündigte Ende des bewaffneten Kampfes der nordirischen Untergrundorganisation IRA überwiegend positive Reaktionen ausgelößt. Parteiübergreifend wird in Spanien die Hoffnung geäußert, daß sich die baskische Untergrundorganisation ETA ein Beispiel am Erfolg des nordirischen Friedensprozess nimmt.

Der spanische Innenminister mahnte angesichts der landestypischen Probleme dennoch vor übertriebenem Optimismus: “Wir können die Situation mit Nordirland nicht vergleichen. Jedes Land hat seine eigenen Methoden mit den Problemen fertig zu werden.” Ein Sprecher der Baskenpartei PNV sieht den Gewaltverzicht der IRA als wegweisendes Beispiel: “Dies sind großartige Nachrichten, die von der ETA zur Kenntnis genommen werden sollten. Hier wird deutlich, daß es möglich ist von einem Weg der Gewalt in einen friedlichen Verhandlungsprozess überzugehen. Auch die verbotene Separatistenpartei Batasuna zeigt sich von der Erklärung der IRA beeindruckt. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass ein Friedensprozess zu diesem positivem Ergebnis geführt habe, erklärte ein Sprecher. Die ETA kämpft seit 1968 für ein unabhängiges Baskenland. Die Untergrundorganisation wird für den Tod von mehr als 800 Menschen verantwortlich gemacht. Der jüngste tödliche Anschlag der ETA ereignete sich im Mai 2003. In den vergangenen Tagen haben die Spannungen im Baskenland, wo die Extremisten einen “Straßenkampf” gegen die Behörden führen, wieder zugenommen. Vergangene Woche kam ein mutmaßliches ETA-Mitglied in Südfrankreich auf der Flucht vor der Polizei bei einem Verkehrsunfall ums Leben.