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Italien: Neuer Moslem-Rat soll Extremisten stoppen

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Italien: Neuer Moslem-Rat soll Extremisten stoppen

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Die neuen Anti-Terror-Gesetze in Italien sind auf ein geteiltes Echo gestoßen. Sie waren gestern vom italienischen Senat parteiübergreifend und mit großer Mehrheit verabschiedet worden, nachdem sie in der Vorwoche von der Regierung Berlusconi beschlossen worden waren. Sie sehen neben schärferen Überwachungsmöglichkeiten auch die Schaffung eines Muslimrates vor, um Extremisten schneller aufspüren zu können. Der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu sagte, dass dieser Rat eine Art italienischen Islam schaffen soll, der die nationale Identität und die Gesetze respektiert. Gleichzeitig sollen die islamische Identität und ihre Andersartigkeit geschützt werden, solange sie staatstreu sind. Dem Gesetzeswerk soll nun noch das italienische Unterhaus vor der Sommerpause zustimmen. Hamza Roberto Piccardo von der Union der muslimischen Gemeinden in Italien kritisierte die Schaffung eines neuen Muslimrates als nutzlos, um die Gefahr von Anschlägen zu senken. Andere italienische Muslime meinen aber, es sei eine gute Initiative, da die Menschen sonst alle Glaubensgenossen mit den Extremisten und Attentätern in einen Topf werfen. Italien ist noch mit rund 3.000 Soldaten an den Koalitionstruppen im Irak beteiligt. Rom befürchtet deshalb nach den Anschlägen von London, als nächstes Ziel von Extremisten zu werden.