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Iran nimmt Atomprogramm wieder auf

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Iran nimmt Atomprogramm wieder auf

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Der Streit um das iranische Atomprogramm hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Die Regierung in Teheran informierte die UN-Atombehörde darüber, dass das Land Teile seines umstrittenen Atomprogramms wieder aufgenommen hat. In einem entsprechenden Schreiben an die Behörde heisst es, dass der Iran seine Arbeiten im Atomforschungszentrum in Isfahan fortsetze. Die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde wurden deswegen aufgefordert, die Siegel an der Anlage zu entfernen. Parlamentssprecher Haddad Adel begründete den Schritt mit dem steigenden Energiebedarf: Die Regierung in Teheran wolle in diesem Punkt nicht abhängig sein von anderen Ländern und suche eine Alternative zu öl. Gleichzeitig plane das Land aber, weiter mit der Europäischen Union zu verhandeln. Die will den Iran dazubringen, die Urananreicherung endgültig zu stoppen. Die neue Entwicklung wurde in Europa allerdings mit Besorgnis beobachtet: Der Sprecher der Europäischen Kommission Stefaan de Rynck forderte die Regierung in Teheran auf, statt dessen weiter zu verhandeln. Sie solle in den nächsten Tagen keine Schritte unternehmen, die weitere Verhandlungen in Gefahr brächten. Die Union und die USA hatten für diesen Fall mit möglichen Sanktionen gedroht. Kurz vor der Ankündigung hatte Teheran die Europäer mit einem knappen Ultimatum aufgefordert, im Atomstreit Lösungen zu finden. Die Verhandlungspartner Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollten ihre Lösungsvorschläge jedoch erst in den nächsten Tagen vorstellen. Konkret geht es um die Uranverarbeitung in der Anlage von Isfahan: Dort kann der Rohstoff Uran in das gasförmige Uranhexafluorid verwandelt werden – ein Ausgangsstoff für angereichertes Uran. Die USA und die EU befürchten, dass der Iran damit Atomwaffen herstellen könnte.