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Sudan: Nach Tod des Vizepräsidenten sind Diplomaten um Friedensprozess besorgt

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Sudan: Nach Tod des Vizepräsidenten sind Diplomaten um Friedensprozess besorgt

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Nach dem Tod des sudanesischen Vizepräsidenten John Garang fürchten Diplomaten, der längste Bürgerkrieg Afrikas könne wieder aufflackern. Bei Unruhen in der Hauptstadt Khartum kamen nach Regierungsangaben mehr als zwanzig Menschen ums Leben. Garangs Anhänger bezweifeln, dass es sich bei dem Hubschrauberabsturz um einen Unfall handelt. Der frühere Rebellenführer hatte Feinde in der sudanesischen Regierung, aber auch in den eigenen Reihen. Viele Mitglieder der Rebellenbewegung “Sudanesische Volksbefreiungsarmee” SPLA verübelten Garang, dass er alles im Alleingang entschied. Nach einem Privatbesuch in Uganda stürzte er mit dreizehn weiteren Menschen in den Tod. Auch aus den Rebellenhochburgen Rumbek und Juba im Süden des Landes wurden Plünderungen und Schießereien gemeldet. In New Site trafen sich Vertreter der SPLA zu einer Krisensitzung. Sudans Präsident Omar al-Bachir bekräftigte inzwischen, der Friedensprozess werde fortgesetzt. Zwei Jahrzehnte lang hatte Garang die SPLA geführt und sich dabei für die Rechte und die Unabhängigkeit des nicht-muslimischen Südens eingesetzt. Im Januar war das Ende des 21 Jahre dauernden Bürgerkriegs endlich mit einem Friedensabkommen besiegelt worden. Daraufhin erhielt Garang vor drei Wochen das Amt des Vizepräsidenten. In seinen Bemühungen um Stabilität im Lande war er Präsident al Baschir eine große Stütze.