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Erdogan kritisiert Villepin

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Erdogan kritisiert Villepin

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Ankara will sich beim Thema Zypern nicht unter Druck setzen lassen. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan machte deutlich, er werde keine neuen Bedingungen für einen Beginn der EU-Verhandlungsgespräche am 3.Oktober akzeptieren. Damit reagierte er auf eine Äußerung des französischen Premierministers Dominique de Villepin; der hatte erklärt, dass es für die EU nicht vorstellbar sei, Beitrittsverhandlungen mit einem Land zu beginnen, dass ein EU-Mitgliedsland – nämlich Zypern – nicht anerkennt. Zypern ist geteilt in den türkischen Nordteil und den griechischen Süden. Erdogan forderte stattdessen, dass sich die EU-Länder an ihre Abmachung vom 17. Dezember halten. Frankreichs Präsident Jacques Chirac habe damals betont, dass die Zollunion zwischen der Türkei und Zypern nicht als politische Anerkennung verstanden werden muss. Die Türkei hatte vergangen Freitag das Zusatzprotokoll zur Ausweitung der Zollunion auf die zehn neuen EU-Mitglieder, darunter auch Zypern, unterschrieben – und zugleich betont, dass dies keiner Anerkennung der griechischen Republik gleichkommt. Die EU-Regierungen müssen bis spätestens Ende September den Verhandlungsrahmen für die Gespräche mit der Türkei absegnen – sonst könnten die Beitrittsgespräche nicht wie geplant am 3. Oktober beginnen. Zypern drohte bereits mit seinem Veto – dadurch könnte das Land alleine mit seiner Blockade die Verhandlungen zunächst auf Eis setzen.