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Zehnter Jahrestag der Operation "Oluja" verweist auf andauernde Spannungen im serbisch-kroatischen Verhältnis


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Zehnter Jahrestag der Operation "Oluja" verweist auf andauernde Spannungen im serbisch-kroatischen Verhältnis

Heute vor 10 Jahren mussten die einen fliehen, die anderen hingegen feierten die Befreiung ihres Territoriums. Der 10.Jahrestag der sogenannten Operation “Oluja” (serbisch und kroatisch für “Sturm”) wird in Serbien und Kroatien auf grundsätzlich verschiedene Weise begangen. Hier in Belgrad ziehen Flüchtlinge und ihre Angehörige vor die kroatische Botschaft um zu protestieren. In Kroatien hingegen gedenkt man dessen, was man dort “Befreiung” nennt. Im August 1995 überrannte die kroatische Armee innerhalb von 72 Stunden Stellungen serbischer Aufständischer, die davor ein Drittel Kroatiens drei Jahre lang besetzt gehalten hatten. An die 200.000 Serben flohen darauf hin nach Bosnien-Herzegovina und Serbien-Montenegro. Das Den Haager Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien spricht von der Ermordung mindestens 150 serbischer Zivilisten während der Operation. Menschenrechtsorganisationen bezifferten diese Zahl allerdings deutlich höher. Rund 20.000 Häuser serbischer Familien wurden außerdem zerstört oder vermint. Milan Mihajlovic rettet sich damals über die Donau aus Slawonien nach Serbien. Er sagt, seine Familie wäre damals bei ihrer Ankunft ohne die Hilfe der Menschen verhungert. Seine Frau Ljubica sagt, eine Rückkehr kommt nicht in Frage. Sie und ihr Mann hätten in Kroatien kein ruhiges Leben. Rund 50.000 Serben sind bis zum heutigen Tag nach Kroatien zurückgekehrt. Die Lebensgrundlage, die die Menschen vor dem Krieg dort hatten, ist heute allerdings oftmals zerstört und unter den Rückkehrern herrscht nicht selten Perspektivlosigkeit.

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