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Schluss mit Zapfenstreich: Großbritannien läutet alkoholische Gleitzeit ein.

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Schluss mit Zapfenstreich: Großbritannien läutet alkoholische Gleitzeit ein.

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Die Labour-Regierung von Tony Blair will die seit rund 80 Jahren bestehende Tradition, nach der um elf Uhr abends Zapfenstreich in den Pubs ist, abschaffen. Ein mutiger Vorstoß, der mit Einschränkungen früherer Zeiten aufräumt, als Arbeiter rechtzeitig in ihren Betten landen sollten. Die vorgesehene Gesetzesänderung wird von vielen Gastwirten, Kunden und der Alkoholindustrie begrüßt. Rob Hayward von der britischen Bier- und Pub-Vereinigung erläutert, die Mehrheit der Pubbesitzer wollte die Öffnungszeiten nur Freitag und Samstag um eine Stunde verlängern. Kein einziger Pub im Land habe bislang mehr verlangt. Deshalb sehe er gar nicht das Problem, dass die Trinkzeiten enorm verlängert würden. Doch genau das habe die Richter sehr beunruhigt. Tatsächlich schmeckt den königlichen Richtern diese Revolution gar nicht. Auch die Tories sehen statt der bezweckten lockeren mediterranen Atmosphäre nur Saufgelage, Desaster und Gewalt vorher. Der konservative Politiker Humphrey Mallins erklärt, es gehe darum, die bestehenden Gesetze anzuwenden. Geschehe dies nicht, werde sich die Situation verschlimmern und die Gerichtssäle füllten sich mit Leuten, die Verbrechen begingen, hässliche Verbrechen, die als direktes Ergebnis der Alkoholaufnahme zu sehen seien. Die Gegner der Gesetzesänderung begründen ihren Pessimismus mit dem Hinweis auf beliebte Urlaubsziele britischer Touristen. Dort sei deutlich zu erkennen, was mit Briten geschehe, die unbeschränkt Zugang zu Alkohol hätten.