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Zur Geschichte der jüdischen Siedlungen im Gazastreifen Juni 1967

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Zur Geschichte der jüdischen Siedlungen im Gazastreifen Juni 1967

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Elf Jahre nach der Suez-Krise überrennt die israelische Armee die ägyptischen Stellungen im Gaza-Streifen. Zwischen dem 5. und dem 10. Juni werden außerdem die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen und das Westjordanland erobert.Das Westjordanland hatte bis dahin – samt Altstadt von Jerusalem – zu Jordanien gehört. Der Gaza-Streifen war vor diesem “6-Tage-Krieg” ägyptisch.

Zu den religiös-ideologischen Aspekten sagt die israelische HistorikerinIdith Zertal:” Nach dem 6-Tage-Krieg wurde alle Siedler – ich würde sagen – gekidnappt von zionistisch-religiösen Gruppen, die Siedlungen hinter der grünen Linie bauen wollten.” Die Besetzung der eroberten Gebiete wurde zunächst als ´Wiedervereinigung mit den Ursprüngen des jüdischen Volkes´gefeiert.Allein im Gaza-Streifen entstanden 21 Siedlungen , in denen rund 8.000 Menschen leben.Die blutigen Dauerfehden mit den palästinensischen Nachbarn haben viele Gründe:Israel baut Straßen durch palästinensisches Land, die nur von Israelis benutzt werden dürfen. Die Siedler verbrauchen das meiste Wasser.Die Siedlungen kontrollieren die Hälfte des Küstengebietes.Die Siedlung Netzarim teilt den Gaza-Streifen in zwei Teile.Der ist mit mehr als einer Million Palästinensern eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Erde. Durch die Siedlung kann Israel die Hauptverkehrsstraße zwischen den nördlichen und den südliche Siedlungsgebieten der Palästinenser kontrollieren. Attenate extremistischer Palästinensergruppen – Vergeltungsaktionen der israelischen Armee – es scheint keinen Ausweg zu geben aus diesem Teufelskreis der Gewalt.Gegen den Lösungsansatz des israelischen Regierungschefs Ariel Scharon machen vor allem ultra-orthodoxe Gruppen mobil.Die Historikerin widerspricht deren Argument, hier würden alle Siedler einig im Kampf zusammenstehen. Sie beobachtet Unterschiede, Siedler, die Gush Katif freiwillig, ohne Gewalt verlassen wollen. Man sieht mehr und mehr Umzugswagen, je näher der Stichtag 15. August kommt.Rund zwei Drittel der Siedler haben bereits die Anträge auf staatliche Umzugshilfe unterschrieben.Denn längst nicht alle hat religiöses Sendungsbewußtsein in die Siedlungen geführt.Viele Siedler kamen schlicht der hohen Subventionen wegen.