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Russische Regierung plant Kapitalamnestie

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Russische Regierung plant Kapitalamnestie

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Die russische Regierung will im Ausland geparkte und nicht versteuerte Gelder wieder ins Land zurückholen. Im Rahmen einer Kapitalamnestie sollen die Bürger ab dem kommenden Januar sechs Monate Zeit bekommen, ihre Einkünfte zudeklarieren und damit zu legalisieren.

Finanzminister Alexei Koudrine erklärte in Moskau, die Betroffenen müssten mit keinerlei Strafen rechnen, nachdem sie die Einkommenssteuer von 13 Prozent abgeführt hätten. Experten gehen davon aus, dass in den 90er Jahren russisches Kapital in Höhe von umgerechnet zwischen 400 Milliarden und 800 Billionen Euro in ausländischen Banken deponiert wurde. Skeptiker sehen den Vorstoß der Regierung kritisch – manch einer werde ein solches Risiko nicht eingehen, heißt es, denn die deklarierten Gelder gerieten augenblicklich in das Blickfeld des Komitees zur Bekämpfung der Geldwäsche. Und nach Steueraffären à la Yukos dürfte das Vertrauen vieler Russen in die Behörden ohnehin geschwächt sein.