Eilmeldung

Eilmeldung

Radikale jüdische Siedler kämpfen weiter gegen Abzug aus dem Gaza-Streifen

Sie lesen gerade:

Radikale jüdische Siedler kämpfen weiter gegen Abzug aus dem Gaza-Streifen

Schriftgrösse Aa Aa

Für Zehntausende Israelis ist der Kampf um den Gaza-Streifen noch nicht verloren. Bei einer Großkundgebung in Tel-Aviv riefen Vertreter jüdischer Siedlerorganisationen erneut zu friedlichen Protesten und Blockaden auf. Viele orthodoxe Juden empfinden die Räumung der 21 Siedlungen im Gazastreifen als Sünde. Sie bestehen darauf, dass das Land ein Geschenk Gottes an das jüdische Volk sei und ihm nicht entrissen werden dürfe. Am Montag sollen die Siedler freiwillig ihre Häuser verlassen. Israel will den Abzug aus dem Gazastreifen und aus vier Siedlungen im Westjordanland bis Anfang September abgeschlossen haben. Ungeachtet der Proteste verteidigte Ministerpräsident Ariel Scharon den Abzug. Er bereue seine Entscheidung nicht. Selbst wenn er gewusst hätte, wie groß der Widerstand sei, hätte er dennoch die Räumung angeordnet. Wenn das Vorhaben gelingt, wäre es das erste Mal, dass sich Israel aus Gebieten zurückzieht, die die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Um den Abzug möglichst schnell und störungsfrei zu vollziehen, riegelte die israelische Armee die Siedlungen früher als geplant ab. Einreisen darf nur noch, wer dort wohnt. Dennoch gelang es rund 5000 radikalen Abzugsgegnern, sich an den Kontrollpunkten vorbei in das Gebiet einzuschleichen.