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Scharon: Abzug weiterer Siedlungen aus dem Westjordanland denkbar

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Scharon: Abzug weiterer Siedlungen aus dem Westjordanland denkbar

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Israel könnte möglicherweise noch mehr jüdische Siedlungen im Westjordanland als ursprünglich geplant abziehen. Dies sagte Ministerpräsident Ariel Scharon in einem Zeitungsinterview. Vor allem entlegenere Siedlungen im Westjordanland seien unter Umständen auf Dauer nicht zu halten, so der Likud-Politiker. Bis zuletzt hatte Scharon noch geäußert, am ursprünglichen Plan festhalten zu wollen, der vorsieht, 21 Siedlungen im Gaza-Streifen sowie vier Siedlungen im Westjordanland abzuziehen.

In fünf Tagen beginnt der Rückzug aus dem Gaza-Streifen, 9.000 Siedler sind davon betroffen. Einer der schmerzhaftesten Punkte für sie ist die Exhumierung ihrer Toten, die sie aus religiösem Brauchtum heraus nicht alleine lassen wollen. Ebenso herrscht aber auch Angst vor Schändung der Gräber durch Palästinenser. Die israelischen Behörden hingegen werfen den Siedlern vor, dieses Thema zum Politikum zu machen. Man habe sensibles Vorgehen in der Frage versprochen, stoße dabei aber bei den Siedlern auf taube Ohren. Die Palästinenser hingegen feierten bereits den Abzug der jüdischen Siedlungen. In Gaza-Stadt sagte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, von hier aus beginne der Aufbau eines unabhängigen Palästinenserstaates, mit Jerusalem als Hauptstadt.