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Gazastreifen: Grenzschließung im dritten Anlauf

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Gazastreifen: Grenzschließung im dritten Anlauf

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Um Mitternacht lokaler Zeit ist der Checkpoint Kisufim zwischen Israel und dem südlichen Gazastreifen geschlossen worden. Erst beim dritten Mal gelang der symbolische Akt. Damit ist die Einreise und der Aufenthalt in dem Gebiet für israelische Zivilisten verboten. Jüdische Siedler haben noch 48 Stunden Zeit, den Gazastreifen freiwillig zu verlassen, danach droht ihnen die zwangsweise Räumung durch das israelische Militär. Es ist das erste Mal, das Israel Siedlungen in einem Territorium aufgibt, das die Palästinenser für ihren künftigen Staat beanspruchen.

Vor dem Beginn des Abzugs haben die meisten Siedler den Gazastreifen bereits verlassen. Manche verbrannten ihr Hab und Gut, bevor sie sich ins Landesinnere aufmachten. Die Räumung der 21 Siedlungen im Gazastreifen und vier weiteren im Westjordanland wird nun wahrscheinlich schon in der Nacht und in den frühen Morgenstunden beginnen. Ein israelischer Armeekonvoi mit mehr als 50 Fahrzeugen fuhr bereits kurz nach Mitternacht in den Gazastreifen. Bis zu 5000 Abzugsgegner wollen sich den Plänen der Regierung widersetzen und die Evakuierung im Gazastreifen mit friedlichen Mitteln verhindern. Zehntausende israelische Soldaten sind in Alarmbereitschaft, um Störungen des Abzugs zu verhindern.