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Räumung des Gazastreifens läuft trotz Siedlerprotesten

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Räumung des Gazastreifens läuft trotz Siedlerprotesten

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Im Gazastreifen ist die Räumung der jüdischen Siedlungen angelaufen, wenn auch zunächst relativ schleppend.Im Siedlungsblock Gusch Katif wehrten sich viele Bewohner gegen die Pläne der israelischen Regierung. Einige flehten die Sicherheitskräfte an, sie nicht zum Verlassen ihrer Wohnungen zu zwingen. Diese wiederum versuchten die Siedler vom unvermeidlichen Umzug zu überzeugen. Andere protestierten mit Straßenblockaden oder verschanzten sich hinter verschlossenenen Toren und Barrikaden, insbesondere in der größten Siedlung im südlichen Gaza-Streifen, Neve Dekalim. Gruppen orthodoxer Juden beteten dafür, dass die israelische Regierung ihre Pläne doch noch aufgeben möge. Wer bis Dienstag Mitternacht nicht freiwillig sein Haus in den insgesamt 21 Siedlungen im Gazastreifen und vier weiteren im Westjordanland verlassen hat, muss mit einem gewaltsamen Einschreiten von Polizei und Armee rechnen. Seit dem frühen Montagmorgen sind Polizisten und Soldaten im Einsatz, um den Siedlern die Räumungsbefehle zuzustellen. Die meisten Familien, wenn sie nicht schon vor Tagen und Wochen freiwillig gingen, verließen daraufhin ihre Häuser, viele jedoch mit Wut und Verzweiflung im Bauch. Durch ihre fristgerechte Abreise können sie allerdings die staatlichen Entschädigungszahlungen in Anspruch nehmen. Die Armee half Siedlern beim Umzug. Jeder Familie stehen zwei Container zur Verfügung, in denen sie ihr Hab und Gut in Richtung Landesinnere verfrachten können. Einige Siedler beschwerten sich inzwischen, dass israelische Soldaten leerstehende Häuser ausgeplündert hätten.