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Friedlicher aber erbitterter Widerstand in Gaza: Zwangsräumung in Newe Dekalim

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Friedlicher aber erbitterter Widerstand in Gaza: Zwangsräumung in Newe Dekalim

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Zwangsräumung in der Widerstandshochburg Newe Dekalim – in der größten jüdischen Siedlung im Gazastreifen haben israelische Truppen eine Synagoge gestürmt, in der sich rund 1000 Abzugsgegner verschanzt hielten.

Den ganzen Donnerstagmorgen über hatten die Sicherheitskräfte mit den Siedlern und Demonstranten verhandelt. Nachdem diese nicht zu einem freiwilligen Verlassen des Gebäudes gebracht werden konnten, begannen die Soldaten, die Menschen einzeln aus dem Gebäude zu tragen – einen nach dem anderen. Eine mühevolle und langwierige Aufgabe.

Auch wenn es im Innern der Synagoge immer wieder zu kleinen Rangeleien kam – die Zwangsevakuierung in Newe Dekalim blieb weitestgehend ruhig. Immer wieder waren Gesänge und Gebete zu hören. Die Menschen ketteten sich mit verschränkten Armen aneinander, um den Sicherheitskräften das Hinaustragen so schwer wie möglich zu machen.

Sehr leicht dürfte es den Soldaten, die unbewaffnet waren, ohnehin nicht gefallen sein. Schließlich müssen sie gegen die eigenen Landsleute vorgehen, vielleicht sogar gegen Menschen, die sie kennen. Die Siedler wurden in bereit stehende Busse verfrachtet, die sie dann über die Grenze nach Israel brachten.

Unter den Abzugsgegnern waren auch zahlreiche auswärtige Demonstranten, die in den vergangenen Wochen illegal in den Gazastreifen eingereist waren, um die Siedler zu unterstützen. In anderen Teilen des Gazastreifens kam die Zwangsräumung unterdessen gut voran. Inzwischen sind fast die Hälfte der insgesamt 21 Siedlungen geräumt oder aufgegeben worden.