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Historischer Papst-Besuch in Kölner Synagoge

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Historischer Papst-Besuch in Kölner Synagoge

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Benedikt der Sechzehnte hat am Rande des Weltjugendtages der Kölner Synagoge einen historischen Besuch abgestattet.

Er ist der erste Papst, der ein jüdisches Gotteshaus in Deutschland betrat – in dem Land, das den Holocaust zu verantworten hat. Die Kölner Synagoge war 1938 von den Nazis zerstört und 1959 wieder aufgebaut worden. Das Oberhaupt der katholischen Kirche nannte die Ermordung von 6 Millionen Juden “ein unbeschreibliches Verbrechen”. Er rief Juden und Christen zum gemeinsamen Kampf für eine bessere Welt auf. “Das ist insofern eine Aufgabe von besonderer Bedeutung als heute leider erneute Zeichen des Antisemitismus und Formen allgemeiner Fremdenfeindlichkeit auftauchen. Sie müssen uns Grund zur Sorge und Wachsamkeit sein”, so der 78-jährige Kirchenvater. Das Verhältnis zwischen Katholiken und Juden hatte sich in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts vor allem während der Amtszeit von Johannes Paul dem Zweiten zunehmend entspannt, der als erster Papst überhaupt eine Synagoge besuchte. Benedikt der Sechzehnte, der in der Vergangenheit desöfteren geäußert hatte, das Erbe seines Vorgängers fortsetzen zu wollen, rief in Köln Juden und Christen dazu auf, historische Streitfragen beizulegen.