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Vioxx-Prozess: Millionenstrafe für US-Pharmakonzern Merck & Co

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Vioxx-Prozess: Millionenstrafe für US-Pharmakonzern Merck & Co

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Im ersten Prozess um das umstrittene Medikament Vioxx ist der US-Pharmakonzern Merck&Co zu umgerechnet rund 200 Millionen Euro Strafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Unternehmen durch Mängel bei dem Arthritis-Mittel sowie bei dessen Vermarktung Mitschuld am Herztod eines 59jährigen Marathonläufers trage.

Carol Ernst, die Witwe des Mannes, erklärte, sie hoffe, das Urteil werde alle Pharma-Konzerne wach rütteln. Nicht nur Ärzte, sondern auch Verbraucher hätten ein Recht darauf zu wissen, welche Risiken bestünden. Merck kündigte Berufung an. Das Unternehmen hatte den Kassenschlager Vioxx im vergangenen September vom Markt genommen, nachdem sich Herzattacken und Schlaganfälle bei längerer Einnahme verdoppelt hatten. Das Urteil gilt als richtungsweisend, insgesamt sieht sich Merck mit mehr als 4000 Klagen konfrontiert. Hunderte Australier kündigten inzwischen rechtliche Schritte an.