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Die Zukunft der Palästinnser im Gazastreifen

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Die Zukunft der Palästinnser im Gazastreifen

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Die Palästinenser im Gazastreifen stürzt der Abzug der jüdischen Siedler in ein Wechselbad der Gefühle. In Freude und Genugtuung mischen sich Sorgen über die Zukunft, denn die Siedler hinterlassen nur Trümmer. Ihre Gewächshäuser und kleine Fabriken nehmen sie mit. Der Gazastreifen gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Erde. Auf einer Fläche von der Größe des deutschen Bundeslandes Bremen leben 1,4 Millionen Menschen – mehr als doppelt so viele wie in Bremen. Die Arbeitslosigkeit übersteigt 60 Prozent. Und sie wird weiter steigen, denn viele Palästinenser haben bisher für die Siedler gearbeitet. So auch Muhammed, der auf Hilfe der internationalen Gemeinschaft hofft. Andere arabische Staaten oder die Weltbank müssten jetzt einspringen, meint der nun arbeitslose Familienvater.

Die Palästinenser hier sind die Kinder und Enkel von Flüchtlingen, die nach den diversen Kriegen ihre Heimat im heutigen israelischen Kernland verlassen mussten. Ihre Wohnorte wie hier Khan Yunis sind aus Flüchtlingslagern erwachsen. Der Bürgermeister spricht von den vielen Projekten, die sie nun haben, um ihr zurückgegebenes Land zu nutzen. Viele Arbeitslose, so hofft er, werden bei Fischfang – und Export und in der Landwirtschaft ihr Auskommen finden, wenn erst einmal See- und Flughafen wieder genutzt werden können.

Im Moment heißt das wichtigste Problem: Sicherheit. Die vielen jungen Leute ohne Arbeit aus den Flüchtlingslagern würden am liebsten sofort die verlassenen Siedlungen stürmen. Darum warnte der palästinensische Minister für Zivilangelegenheiten, Mohammed Dachlan, vor einem vorzeitigen Abzug der israelischen Armee direkt nach der Zerstörung der Siedlerhäuser. Es gelte, Chaos und ein Machtvakuum in den geräumten Regionen zu verhindern.