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Ärger mit Textilqouten - EU und China suchen Einigung - Einzelhändler klagen

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Ärger mit Textilqouten - EU und China suchen Einigung - Einzelhändler klagen

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Die EU und China suchen weiter nach einer Lösung der Textil-Krise. Die Gespräche über die in EU-Zollagern festsitzenden Kleidungsstücke aus China wurde am Samstag in Beijing fortgesetzt. Dabei geht es darum, ob es zu einer Quotenerhöhung kommt oder ob Quoten vom nächsten Jahr vorgezogen werden sollen.

Nach der Aufhebung des Quotensystems am 1. Januar waren die Exporte aus China drastisch angestiegen. Die daraufhin wiedereingeführten Jahresqouten, waren aber bereits im Juni in acht von zehn Kategorien erschöpft. Der Präsident des Verbandes der französischen Textileinzelhändler Jean-Marc Genis hält das Vorgehen der Europäischen Komission für unüberlegt. “Was sollen wir machen?”, fragt Genis und klagt “Die Ware ist bereits von uns bezahlt! Wir müssen sie in China bezahlen und dann durch den Zoll bringen”. Für viele europäische Einzelhändler bedeutet das höheren Kosten. Und das, so Einzelhandelsexperte Alastair Eperon, bedeutet höhere Preise. “Kurzfristig wird es keine Auswirkungen auf die Preise haben, aber es ist ganz klar, daß die Unternehmen die Verluste in dieser Saison irgendwie ausgleichen müssen. Und das geht nur mit höheren Preisen in der nächsten Saison”, glaubt Eperon. Während Frankreich, Italien und Spanien zum Schutz ihrer Textilindustrie auf das neue Quotensystem setzen, wünschen vor allem die Niederlande und die skandinavischen Staaten die Rückkehr zum Freihandel. Sie befürchten Arbeitsplatzverluste bei Einzelhändlern und Textilkaufhausketten. Nach dem vor zehn Jahren vereinbarten Wegfall der Quoten im weltweiten Textilhandel zum Jahresanfang waren chinesische Textilexporte in die EU in der ersten Jahreshälfte um 130 Prozent gestiegen.