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Proteste gegen lebensgefährliche Wohnhäuser in Paris

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Proteste gegen lebensgefährliche Wohnhäuser in Paris

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Nach dem jüngsten Brand mit vier Todesopfern haben in Paris rund 250 Menschen bessere Lebensbedingungen für Einwanderer gefordert. Sie demonstrierten vor dem heruntergekommenen Haus, das in der Nacht zum Dienstag in Flammen stand.Zwölf westafrikanische Familien lebten in dem Gebäude, das in Kürze renoviert werden sollte. Es zählt zu den 400 unbewohnbaren Häusern der französischen Hauptstadt. Ein Polizeisprecher erklärte, es habe kein Brandrisiko bestanden, kein Brandauslöser, da es überhaupt keine Elektrizität in dem Haus gab. Andererseits bestand eine Brandgefahr wie überall dort, wo Familien leben. Die Einwanderer nahmen die schlechten Wohnbedingungen in Kauf, weil sie keine andere Bleibe fanden. Eine Nachbarin erzählt, es gebe gar keinen Wasseranschluss in dem Haus. Sie hätten sich Wasser aus einem Hahn auf der Straße geholt. Vier Jahre habe man sie dort so wohnen lassen. Es sei doch klar, dass es irgendwann knallt, das wußte jeder. In Paris bemühen sich jährlich etwa 100 000 Menschen um Sozialwohnungen. Aber nur rund 8000 Anfragen können befriedigt werden. Altbauten werden in der Regel nicht für kinderreiche Familien, sondern für gut betuchte Käufer renoviert.