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Letzte Reise für die Toten von Bagdad

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Letzte Reise für die Toten von Bagdad

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Im Irak werden jetzt die Toten beerdigt. Fast 1000 schiitische Pilger waren gestern bei einer Massenpanik in Bagdad ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Jetzt beginnen sie ihre letzte Reise nach Najaf, der heiligen Stadt der Schiiten. Drei Tage Staatstrauer hat Ministerpräsident Jaafari angeordnet.

Hunderttausende waren gestern nach Bagdad gekommen, um den Todestag des Imam Mussa Al-Kadhim zu begehen. Er war der 7. Imam und wurde im Jahr 797 vom Kalifen Harun Al-Rashid vergiftet; seine Leiche in den Tigris geworfen. Genau dort an der Al-Aima-Brücke brach gestern Panik aus, nachdem ein Mann gerufen hatte: ein Selbstmordattentäter sei dabei, seinen Sprengstoffgürtel zu zünden. Menschen wurden zu Tode getrampelt, viele sprangen von der Brücke 30 Meter in die Tiefe, das Brückengeländer wurde eingedrückt, hunderte fielen in den Fluss. Zuvor war der Pilgerzug bereits mit Mörsergranaten beschossen worden. Dabei starben mindestens sieben Menschen. Eine radikale sunnitische Splittergruppe übernahm die Verantwortung.