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Massenpanik im Irak fordert rund 1.000 Todesopfer - Hintergründe noch unklar

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Massenpanik im Irak fordert rund 1.000 Todesopfer - Hintergründe noch unklar

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Im Irak hat nach einer Massenpanik mit rund 1.000 Toten eine dreitägige Staatstrauer begonnen.

Hundert Tausende schiitische Pilger waren gestern nach Bagdad gekommen, um den Todestag des Imam Mussa Al-Kadhim im Jahr 797 zu begehen. Auf einer Brücke über den Tigris brach Panik aus, nachdem das Gerücht aufgekommen war, ein Selbstmordattentäter sei dabei, einen Sprengsatz zu zünden. Hunderte Menschen wurden zu Tode getrampelt, viele sprangen von der Brücke und ertranken. Iraks Präsident Jalal Talabani kündigte eine Untersuchung der Vorfälle an und rief die Volksgruppen des Landes zur Einheit auf. Bereits früh am Mittwoch morgen waren mindestens sieben Menschen bei verschiedenen Granatangriffen auf die Pilger gestorben – eine radikale sunnitische Splittergruppe übernahm die Verantwortung. 25 weitere Gläubige starben außerdem nach Angaben der Bagdader Polizei an Lebensmittelvergiftung. Ob jedoch ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen besteht, ist bislang unklar. Bereits in der Vergangenheit war es zu Anschlägen auf schiitische Pilgermärsche gekommen. Der gestrige Mittwoch war der blutigste Tag im Irak seit dem Fall des Hussein-Regimes 2003.