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New Orleans versinkt in Anarchie

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New Orleans versinkt in Anarchie

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Verzweifelte Hilferufe in New Orleans. Die Menschen haben nichts zu essen, kein sauberes Trinkwasser. Sie sind wütend; sie nehmen sich, was sie brauchen. Vor dem Kongreßzentrum, wo eine Notunterkunft eingerichte wurde, spitzt sich die Lage zu.

“Es geht hier nicht um arm oder reich, es geht um Menschen. Niemand will die Geschäftleute schädigen”, sagt eine Frau. Nicht nur Lebensmittel fehlen: “Ich mache ein T-Shirt für mein Baby. Er ist überall verdreckt”, erzählt eine andere. Die Stadt versinkt in Anarchie. 25 000 Obdachlose warten im Superdome. Sie sollen mit Bussen nach Houston gebracht werden. Um die wenigen Plätze kommt es zu Handgreiflichkeiten. US-Präsident George W. Bush bat seine beiden Amtsvorgänger Bill Clinton und seinen Vater George Bush, beim Spendensammeln für die Opfer zu helfen. Angesichts des Chaos wird Unmut über die schleppend anlaufenden Hilfsaktionen laut. So wird es noch eine Woche dauern, bis die Lazarett-Schiffe Confort und Mercy im Katastrophengebiet eintreffen werden. Dort ist die Situation außer Kontrolle. Ein Hilfshubschrauber wurde beschossen, Banden überfallen die Obdachlosen, es kommt zu Vergewaltigungen, Leichen schwimmen im Wasser. New Orleans versinkt in Gesetzlosigkeit.