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Ruf nach Gerechtigkeit: Vertreterinnen der "Mütter von Beslan" treffen heute Putin

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Ruf nach Gerechtigkeit: Vertreterinnen der "Mütter von Beslan" treffen heute Putin

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Ein Jahr nach der blutigen Geiselnahme von Beslan fordern Opfer der Hinter-bliebenen nach wie vor eine Aufklärung der Vorfälle. Drei Vertreterinnen des Komitees der “Mütter von Beslan” treffen heute in Moskau Russlands Präsident Vladimir Putin. Die Gespräche sind von schweren Vorwürfen gegen die Behörden überschattet. Eine Frau von den “Müttern von Beslan” sagte bei der gestrigen Gedenkfeier: “Wenn es sein muß, werden wir versuchen, vom Ausland aus Druck zu machen. Denn hier gibt es keine Gerechtigkeit, das Staatsoberhaupt trägt die Verantwortung für die Tragödie in Beslan.” Während in der nord-ossetischen Stadt mit Glockengeläut des Beginns der Geiselnahme durch tschetschenische Rebellen vor einem Jahr gedacht wurde, weilte Putin im 400 Kilometer entfernten Krasnodar. Zu Beginn des russischen Unterrichtsjahres hielt er an der dortigen Universität eine Ansprache, in der er die Geiselnahme als fürchterliche Tragödie bezeichnete. In russischen Bildungseinrichtungen wurde eine Schweigeminute für die 331 Opfer eingelegt, die bei der Stürmung der Schule 1 in Beslan am 3.September 2004 getötet worden waren. Für viele Hinterbliebenen kommt zur Trauer über die Verstorbenen aber auch noch die Wut auf die Regierung hinzu. Nicht wenige der “Mütter von Beslan” bezeichneten die Einladung nach Moskau am Jahrestag der Geiselnahme als Gipfel des Zynismus.