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Italien: Finanzminister will Rücktritt von umstrittenem Zentralbankchef Fazio

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Italien: Finanzminister will Rücktritt von umstrittenem Zentralbankchef Fazio

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Der umstrittene Chef der italienischen Zentralbank, Antonio Fazio, verliert mehr und mehr an Unterstützung. Nach wochenlanger heftiger Kritik der Opposition legte ihm nun auch der Finanzminister Italiens, Domenico Siniscalco, den Rücktritt nahe. Bisher hatte sich die Regierung immer klar auf die Seite Fazios gestellt.

Siniscalco erklärte am Rande eines Treffens mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Fazio solle sein Amt mit Blick auf die Glaubwürdigkeit der Zentralbank abgeben. Am Freitag hatte die Regierung eine Gesetzesreform beschlossen, die Macht und Amtszeit des Notenbankchefs begrenzt. Sie greift allerdings erst für den Nachfolger Fazios. Fazio wird vorgeworfen, als oberster Bankenaufseher bei zwei Übernahmeschlachten um italienische Banken die ausländischen Interessenten hingehalten und finanziell wacklige einheimische Bewerber begünstigt zu haben. Der auf Lebenszeit ernannte Zentralbankchef sah sich daraufhin nicht nur im eigenen Land mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, sondern musste sich zudem unbequemen Fragen der Europäischen Zentralbank stellen. Fazio selbst hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und erklärt, er habe immer nach den Buchstaben des Gesetzes gehandelt.