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Kein Ende der Kritik an Bushs Krisenmanagement

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Kein Ende der Kritik an Bushs Krisenmanagement

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Er hat viel zu langsam reagiert. Diese Kritik begegnet dem US-Präsidenten derzeit auf all seinen Wegen. Demonstrativ besuchte er am Sonntag in Begleitung von Gattin und Kameras das Rot-Kreuz-Zentrum in der Hauptstadt – und versuchte dann Optimismus zu verbreiten: “Die ganze Welt hat die Woge des Unglücks auf die Golfküste zurasen sehen und jetzt sieht sie eine Woge der Hilfsbereitschaft.”

Um das Mitgefühl der Regierung sichtbar auszudrücken wurde die aus Alabama stammende Außenministerin Condoleezza Rice zum Trauergottesdienst in die Unglücksregion entsandt. Ihre schwarze Hautfarbe ist hier ein wichtiges Signal, um zu zeigen, man hat in Washington verstanden, wer am schmerzlichsten leidet, zuletzt Hilfe bekommt. Die Farbigen sind auch die Ärmsten in der Unglücksregion, jene, die nicht die Mittel hatten, um sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Zu Hilfe kam ihnen am Sonntag der Hip-Hop-Star Kanye West. Er sammelte bei einer Fernsehshow Geld und klagte, diese Menschen seien nicht nur Opfer einer Naturkatastrophe sondern auch Opfer des Rassismus: “Wenn eine schwarze Familie gezeigt wird, heißt es, sie plündert. Zeigt man eine weiße Familie, heißt es, sie sucht nach Essbarem.” Nach seinem ersten Besuch in der Unglücksregion am Freitag hat Präsident Bush das Ausmaß der Katastrophe realisiert. Auf den Vorwurf, die Hilfe käme zu spät und zu spärlich, weil zu viele Kräfte im Irak-Krieg gebunden seien, mochte er nicht eingehen. “Nein”, sagte er, das sehe er ganz anders. “ Wir verteidigen unser Land im Krieg gegen den Terror und wir erfüllen die Aufgabe, den Menschen an der Golfküste zu helfen. Wir tun beides.” Aber die amerikanische Öffentlichkeit hat die Bilder der leidenden und auf Rettung wartenden Menschen vor Augen, Bilder, wie man sie nie aus dem reichen Amerika erwartet hätte…