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Kritik am Tschernobylbericht der WHO

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Kritik am Tschernobylbericht der WHO

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Diese Bilder stammen aus den Tagen nach jenem schicksalsträchtigen 25. April 1986. Im Block 4 des Atomkraftwerkes von Tschernobyl war es durch einen Fehler des Personals zur Kernschmelze gekommen – mit nachfolgender Explosion. Dabei gelangten große Mengen Radioaktivität in die Umwelt – von einer radioaktiven Wolke über tausende von Kilometern getragen. Wissenschaftler sprachen von einem 200.000 Quadratkilometer großen Gebiet, das als kontaminiert anzusehen sei.

Das ukrainische Gesundheitsministerium nannte vor 3 Jahren die Zahl von 15.000 Todesopfern allein unter den zu Aufräumarbeiten eingesetzten “Liquidatoren”. Um so mehr verwundern die Zahles im WHO-Bericht. Danach sollen statt 15.000 nur 47 Helfer durch Radioaktivität ums Leben gekommen sein. 9 Fälle von tödlichem Schilddrüsenkrebs bei Kindern stehen im Bericht, dazu die Erwartung, dass noch knapp 4.000 Menschen an Krebs sterben werden. Insgesamt sind damals mehr als 600.000 Menschen in den Orten in der Nähe des Kraftwerks der Radiaktivität ausgesetzt gewesen, darunter die mindestens 200.000 zivilen und militärischen Helfer. Die Verfasser des Berichts kommen zu dem Schluss, dass das Unglück für die Bevölkerung – mit Ausnahme einiger begrenzter Gebiete – keine schwerwiegenden negativen gesundheitlichen Folgen haben dürfte. Co-Autor Doktor Fred Mettler spricht von “lähmendem Fatalismus” der Bevölkerung, von fehlendem Zukunftsvertrauen. Laut Bericht werden dafür aber “Armut und die Lebensumstände in der früheren Sowjetunion” verantwortlich gemacht. Organisationen wie “Ärzte gegen Atomkrieg” und “Greenpeace” haben den Bericht als “Verharmlosung” kritisiert.Sie prangern die Mitarbeit einer Behörde an, denen Ziel die weltweite friedliche Nutzung der Atomenergie ist.