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Zur Lage im Gazastreifen

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Zur Lage im Gazastreifen

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Die Stimmung ist spannungsgeladen im nunmehr rein palästinensischen Gaza-Streifen. Nicht nur, dass ungeduldige junge Palästinenser die verlassenen jüdischen Siedlungen zu stürmen versuchen – man kann auch schon das böse Wort “Bürgerkrieg” hören.

Nicht erst nach dem Tod ihres Führers Jassir Arafat ist seine Organisation in die Krise geraten. 350 Funktionäre hatten schon 2004 die Fatah verlassen – aus Protest gegen Korruption und Misswirtschaft. Der Tropfen, der damals das Faß zum Überlaufen brachte, hiess Mussa Arafat. Der Patriarch hatte mit dessen Berufung zum Sicherheitschef von Gaza mal wieder Familienpolitik betrieben. Zehn Monate nach Jassir Arafats Tod erinnern die allgegenwärtigen Porträts an ihn – und die immer noch nicht wirklich veränderten Verhältnisse in Fatah und Palästinenserbehörde. Was hatten sich die Palästinenser nicht alles erhofft beim triumphalen Einzug ihres Führes in Gaza 1994… Aber in Gaza war eine junge Garde herangewachsen, die manches anders sah als die heimgekehrten Exilanten. Mohammed Dahlan steht für diese junge Garde, die Normalität schaffen will für die Menschen, statt ständig gen Israel mit dem Säbel zu rasseln. Er war Sicherheitschef in Gaza, führt heute das Innenministerium der Palästinenserbehörde. Er kennt das Problem der verfeindeten Fraktionen innerhalb der Fatah bestens – ohne es lösen zu können. Und dann ist da ja auch noch die Konkurrenz von der radikalen Hamas mit ihrer gut durchorganisierten Infrastruktur. Die Hamas-Leute haben gerade erst im Mai bei den Kommunalwahlen der Fatah eine weitere Niederlage beigebracht.