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Eiszeit zwischen Polen und Weißrussland wegen Repressalien gegen Minderheit

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Eiszeit zwischen Polen und Weißrussland wegen Repressalien gegen Minderheit

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Die diplomatischen Spannungen zwischen Polen und Weißrussland sind inzwischen bis ins Europäische Parlament vorgedrungen. Der polnische Abgeordnete Donald Tusk, als letzter EU-Parlamentarier zu Besuch in Weißrussland, verweist in einem Bericht auf die Menschenrechtsverletzungen dortzulande.

Vor den Abgeordneten prangerte er vor allem an, dass die Rechte der polnischen Minderheit in Weißrussland regelmäßig verletzt würden. Um die Minderheit symbolisch zu unterstützen, bot die Regierung in Warschau nun deren Vertreterin Andzelika Borys den Posten eines Honorarkonsuls an. Borys war im Frühjahr zur Vorsitzenden des Verbands der Polen in Weißrussland gewählt worden. Die Regierung in Minsk erkannte die Wahl nicht an und setzte regimetreuere Vertreter durch. Gut 400.000 ethnische Polen leben in Weißrussland. Wiederholt wurden Klagen über Repressalien durch die Behörden laut. Beide Länder schoben jüngst gegenseitig Diplomaten ab. Beobachter kommentieren, dass der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko, der mit diktatorischen Mitteln regiert, fürchtet, mit Polens Einfluss könne auch in seinem Land eine Revolution wie in der Ukraine vom Zaun brechen. Im Juli hatte er bei einer Razzia mehrere führende Mitglieder des Polenverbandes festnehmen und durch andere ablösen lassen. Borys wurde durch ihren Vorgänger ersetzt, der vielen als Marionette Lukaschenkos gilt. Warschau rief wenig später seinen Botschafter zurück.