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EU-Strommarkt zum Teil liberalisiert - Konzentration in Deutschland nimmt zu

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EU-Strommarkt zum Teil liberalisiert - Konzentration in Deutschland nimmt zu

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Mit der Marktkonzentration im europäischen Stromsektor befasst sich eine Studie des Berliner Öko-Instituts. Fazit – seit die europäische Kommission 1997 beschloss, den Stromsektor zu liberalisieren, hat die hohe Marktkonzentration in wichtigen Herstellerländern wie Frankreich nicht abgenommen, in Deutschland sogar erheblich zugenommen.

In Richtung De-Konzentration bewegten sich lediglich Grossbritannien und Skandinavien. Claude Turmes, grüner Europa-Abgeordneter aus Luxemburg, stellvertretender Fraktionschef der Grünen kritisiert: “Wenn man für Konkurrenz zwischen den Energielieferanten eintritt, muss man Unternehmen wie die französische EDF oder die deutschen E-ON und RWE bremsen. Zusammengenommen kontrollieren sie mehr als 40 Prozent der Stromherstellung in Europa.” Felix Christian Matthes, Autor des Berichts vom Öko-Institut, Deutschland, hält strengere Wettbewerbsregeln zum Gegensteuern für dringend geboten: “Der Stromsektor ist der einzige Sektor, in dem es nur ein einziges Netz gibt – wir nennen das ein natürliches Monopol. Das ist der Unterschied zu Sektoren wie etwa Telekommunikation. Hier gibt es wenigstens bei Mobiltelefonen verschiedene Netzbetreiber.”

Gilles Merrit, Generalsekretär des von der Wirtschaft gesponsorten Brüsseler Think Tanks “Friends of Europe” vermisst allerdings bei der EU-Kommission jeglichen Biss bei diesem Thema: “Persönlich sehe ich keine grossartige Initiative der EU-Kommission, das Thema Energie-Unternehmen anzupacken. Auf diese Unternehmen verlassen wir uns allerdings – sowohl als Privatleute als auch unsere Wirtschaft. Einen Angriff der Kommission halte ich für sehr unwahrscheinlich.” In Deutschland wurde der Strommarkt bereits 1999 völlständig liberalisiert, wie zuvor in Norwegen, Schweden und Grossbritannien. Seither gab es sieben grössere Zusammenschlüsse und Übernahmen. Spanien strebt eine baldige Marktöffnung an, EU-weit ist sie für 2007 vorgesehen. Frankreich und Italien zögern.