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Gazastreifen: Palästinenser feiern endgültiges Ende der israelischen Besatzung

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Gazastreifen: Palästinenser feiern endgültiges Ende der israelischen Besatzung

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Zehntausende Palästinenser haben im Gazastreifen den Abzug der israelischen Armee gefeiert. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von dem “wichtigsten Tag” in der Geschichte seines Volkes. Die Schaffung eines Palästinenserstaates sei allerdings noch in weiter Ferne, der nächste Schritt sei die Beendigung der Besatzung des Westjordanlandes. Mit Jubel und Freudenschüssen drangen die Menschen am Montagmorgen in ehemals jüdische Siedlungen ein. Einige versuchten noch brauchbare Gegenstände zu finden, andere zündeten die von Israel leer hinterlassenen Synagogen an.

Israels Außenminister verurteilte das Niederbrennen der Gebetshäuser als “barbarischen Akt”. Die israelische Opposition warf der Regierung aber Heuchelei vor. Am Sonntag hatte diese beschlossen, die Synagogen nicht zu zerstören, sondern diese Aufgabe den Palästinensern zu überlassen. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen, als hunderte von Palästinensern und Ägyptern die Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten überquerten. Überforderte ägyptische Grenzsoldaten, die zur Bewachung der sogannanten Philadelphi-Zone stationiert wurden, seien nicht in der Lage gewesen, das Durcheinander zu verhindern. Ein Palästinenser soll von Grenzsoldaten erschossen worden sein, Kairo dementierte dies. Israelische Truppen gingen unterdessen um den Gaza-Streifen herum in Position. Israel kontrolliert weiterhin die Grenzübergänge sowie den Luftraum des Palästinensergebietes und begründet dies mit der Wahrung der Sicherheitsinteressen seiner Bürger. Von Seiten der palästinensischen Autonomiebehörde hieß es, dies sei ein Zeichen, dass Israel die Besatzung noch immer nicht vollständig aufgeben wolle.